ertappt

vor wenigen tagen war ich einmal aufs neue auf kurzer dienstfahrt unterwegs. ich komme ob der gewählten strecke am baumarkt meines vertrauens vorbei. mir fallen die vergläserten verkaufshallen und die an der strasse ausgestellten sonderangebote in auge. und ich denke ganz unvermittelt: wo ich schon mal hier bin, was könnte ich brauchen? da – zum ersten mal in dieser klarheit – wird mir klar, wie mich mein eigener kopf an der nase herum zu führen versucht – oder einfach gesagt: wie mich mein gehirn verarscht. „ich muss einmal überlegen, was ich brauchen könnte.“ ha, wie dämonisch und hinterhältig hat sich der konsum in meine gehirnwindungen hinein gefressen. nachdenken, was man brauchen könnte. wie konnte dies passieren? wie konnte ich die schleichende umdeutung des wortes „brauchen“ nicht bemerken? wenn ich an dem tag etwas gebraucht habe, dann diese erkenntnis – dachte ich so bei mir und fuhr weiter.

konzept weihnachten

zu gast bei der familie – an weihnachten. gehört irgendwie zum aktuellen kulturellen konzept. aber der widerspruch steckt doch bereits in diesen ersten fünf wörtern. „zu gast“ bei der „familie“. entweder zu gast oder teil der familie. eine kontradiktion, würde ich sagen. doch damit bin ich – aus meiner sicht – ganz weihnachtlich unterwegs. streit am fest der liebe, anschlag an heilig abend. welt voller widersprüche. das ist das konzept von weihnachten.

kreise

kreise ziehen, im kreis gehen, kreisen, kreisverkehr, kreisrund, kreisel, tatterkreis (haha)
wenn man in der wüste geht – so sagen sie – und sich nicht orientieren kann, so geht man/frau im kreis. weil das eine bein stärker ist als das andere, oder länger, oder anders eben. genau genommen braucht man/frau gar keine wüste dazu. es reichen auch ganz normale lebensjahre. der effekt ist derselbe. gute nacht allerseits.

Auf’m Waasa …

das cannstatter frühlingsfest steht vor der tür und damit auch mein alljährlich zwei mal eintretendes heimatgefühlsinferno denn …

… ich bin mir nicht sicher, was die angemessene reaktion ist: heulen oder kotzen. des tags und auch des nachts sieht man wieder bedirndelte und belederhoste besoffene die s-bahnen überfluten. zuerst denke ich: was machen all die bayern hier? ist ihnen das oktoberfest zu fad geworden. doch mit grausen muss ich feststellen: das sind alles leute von hier. „hier“ bedeutet: aus der gegend, die mehr oder weniger nah an meiner heimat bad cannstatt liegt. und sie alle tragen – wohl mit einem bayerischen virus infiziert und in unkenntnis des lokalen trachtenwesens – dirndl und lederhosen. es schmerzt! es schmerzt schrecklich – in auge und gehirn! da mag ich doch glatt einen shuttleservice einrichten, der die masse der so debil unpassend gekleideten direkt nach münchen verbringt. spenden für dieses projekt werden gerne angenommen … die vorteile dieses bringdienstes sind kaum zu unterschätzen … endlich wieder plätze in bierzelten ohne halbjährige voranmeldung … und vor allem das ende des grauens für die cannstatter seele … so dürfte es wahrhaft frühling werden.

umzug

er ist gelungen, der umzug. ein kleiner traum hat sich erfüllt und ich bin weg mit meinen gedanken vom großen bösen bruder G. ab jetzt wird nicht mehr blog gespottet, sondern es werden wörter gepresst. und das beginnt just mitten in der nacht. ein neuer anfang. nun wäre ich noch froh, wenn nicht er berglöwe die ganze zeit meine wörter mit großbuchstaben versehen wollen würde. die äpfel sind einfach viel zu intelligent für kleingeschriebenes. gute nacht allerseits.

Dagegen ist Grass gewachsen

Ich nehme an, auch Günter Grass hat alte Freunde. Ich bitte diese Freunde – die guten Freunde, ihm ganz vertraulich zu sagen, dass nur weil immer mehr nicht-gedichtete Gedichte grassieren, diese nicht automatisch an Qualität gewinnen. Am Ende beißt er sich nur selbst ins Bein, wenn keinE einzigeR Internet-BenutzerIn seine Gedichte (mangels Gehalt) mehr kopieren möchte – egal ob frei verfügbar oder nicht. Wer es am lebendigen Leibe erfahren will, der lese selbst …

Atomhusten

Jedes Jahr im Herbst ereilt er die Massen. So auch mich – aufs Neue. Die Nase läuft, mal heiß mal kalt, der Hals gibt sich schmerzend rau. Und dann plötzlich taucht er auf, bricht sich Bahn, donnert durch Büros, Wohn- und Schlafzimmer. Er, der Feind, der ausgerottet zu sein schien … der Atomhusten. Versuche ruhig, ihm zu entgehen. Vergeblich! Mit voller Wucht hämmert er auf die umgebenden Trommelfelle ein, lässt die Grundmauern der Gebäude erzittern, reißt meilenweit die Seligen aus dem Büroschlaf. Und trotz Genfer Konvention treibt er noch immer sein zerstörerisches Unwesen. Zum Glück kommt der Widerstand auch aus dem Lande des weißen Kreuzes auf rotem Grund!! Ja, dank Euch Schweizern! Ihr habt’s erfunden … !!! Gute Nacht allerseits.

pc aus

nicht zu fassen, unglaublich schwer, diesen bescheuerten start-button einfach mal zu klicken und dann die kiste auszumachen… schrecklich… schrecklich… schrecklich. na gut, nochmal schnell hier mails checken – nichts. schotter. keine neuer gästebucheintrag – war zu erwarten. solltest halt auch mal was hinterlassen. remoteschach – partie noch nicht gewonnen. sieht eher nach remis aus (sehr zu empfehlen: http://www.remoteschach.de). nochmal die icq buddy liste durchgehen – die freundinnen und freunde des herzens haben wohl am samstagabend was besseres zu tun. sehr verständlich (sollen sie doch ihren spass haben) wenngleich ärgerlich (falscher job für freie wochenenden). ist es denn die pure last der lust am kommunizieren! das muss es sein. oh, ich höre den trainer rufen. es gibt doch noch ein leben nach dem pc. na dann:
gute nacht allerseits!

jetzt auch ich

jetzt auch ich … einfach mal ausprobieren, so nen blog. aha, geht. muss man und frau ja nur drauflostippen. mhm, ohne zweifel, sehr angenehme kommunikation. kann einem ja keiner reinreden oder schreibseln. und nun also übergibt der mensch diese zeilen der großen blog-gemeinde zur ansicht, bewertung, zerpflückung … zumindest zur kenntnis. was erst mal die frage bleibt. kenntnis setzt einen kenner respektive eine kennerin voraus. ob solche gefunden werden können? wie schön, dass nicht nur das geld für sich arbeitet, sondern auch das internet niemals geschlossen hat … so lange die server uns nach unseren wünschen dienen.
na wenn das kein anfang ist. also:
gute nacht allerseits